In den Mutterschafts-Richtlinien, in der Erstfassung vom 10.12.1985, wurden serologische Untersuchungen und Maßnahmen während der Schwangerschaft u.a. auch die Erfassung der Röteln-Immunitätslage festgelegt. Das Bundesministerium für Gesundheit hat am 19.5.2011 eine Änderung der Mutterschafts-Richtlinien beschlossen:
„Umsetzung der Schutzimpfungs-Richtlinie - Test auf Rötelnantikörper und Erfassung der Immunitätslage“

Folgende Änderungen wurden vorgenommen:

  1. Bei Nachweis einer dokumentierten, zweimaligen Rötelnimpfung ist die Kontrolle des Immunstatus entbehrlich. (RKI: Epidemiologisches Bulletin Nr. 33 vom 23.08.2010).
    Serologische Kontrollen der Immunitätslage werden demnach nur für Schwangere gefordert, bei denen der Nachweis über zwei erfolgte Impfungen nicht vorliegt.
  2. Bisher wurde zur Erfassung der Röteln-Immunitätslage der Hämagglutinationshemmtest (HAH-Test) als alleinig zu verwendende Testmethode festgelegt. Diese Beschränkung wurde aufgehoben, da inzwischen weitere international erprobte und validierte Testmethoden zur Verfügung stehen: Mittlerweile ist es möglich, den Röteln-IgG-ELISA mit Angabe des Antikörpertiters in IU/ml durchzuführen.

    Die Interpretation der Immunitätslage wird unverändert vom Labor mitgeteilt und im Mutterpass dokumentiert. Die Röteln-IgG-Werte werden quantitativ angegeben (siehe Tabelle).

    Immunität wird angenommen bei:
    • einer IgG-Konzentration von >/= 15 IU/ml.


    Unser Labor wird die Interpretation zur Rötelnimmunität nach folgendem Schema anpassen:

    Röteln-IgG Immunität anzunehmen Anmerkungen
    < 15 IU/ml nein Kontrollen während der Schwangerschaft empfohlen
    >= 15 IU/ml ja Kontrolle nur nach Exposition oder bei Symptomen

 

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