Die Lyme-Borreliose ist die häufigste durch Zecken übertragbare Erkrankung in Europa, welche durch verschiedene Spezies des Genus Borrelia der sog. Borrelia burgdorferi sensu latu-Komplex hervorgerufen wird. Vier Erreger dieses Komplex gelten als humanpathogen, sie besitzen zusätzlich einen z.T. heterogenen Organotropismus: Borrelia burgdorferi sensu stricto (Arthritis), Borrelia afzelii (Hautmanifestationen), Borrelia garinii (Neuroborreliose) und Borrelia spielmanii (Hautmanifestationen).

Klinik:

Der Krankheitsverlauf kann in drei Stadien eingeteilt werden, wobei Überschneidungen zwischen den einzelnen Stadien möglich sind und so Manifestationen erst im späterem Stadium auftreten können, ohne das ein Zeckenstich oder Frühmanifestionen erinnerlich wären. Entsprechend sind die klinischen Symptome sehr vielgestaltig.

  Organsystem Symptomatik
Frühmanifestation
(Stadium I)
Allgemeine Symptome Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit, allg. Krankheitsgefühl
Haut Erythema migrans
Augen Konjunktivitis
Bewegungsapparat Athralagie
Frühmanifestation
(Stadium II)
Haut multiple Erytheme, Lymphozytom
Nervensystem Meningoradikulitis (Garin-Bujadoux-Bannwarth-Syndrom) Menigitis, Menigoenzephalitis
Bewegungsapparat Myalgien, Athralagien, Arthritis
Herz Karditis, AV-Block
Augen Konjunktivitis, Keratitis, Neuritris N. optici
Spätmanifestation
(Stadium III)
Haut Acrodermatitis chronica atrophicans
Nervensystem Polyneuropathie, chronische Enzephalomyelitis
Bewegungsapparat chronische Arthritis

Diagnostik:

Antikörpernachweis im Serum bzw. Liquor
Stufendiagnostik (Suchtest: ELISA; Bestätigungstest: Immunoblot)
Zuerwartende positive Ergebnisse beim Antikörpernachweis:

Stadium seropositive IgM und/oder IgG
I 20 - 50 % Vorwiegend IgM-Antikörper bei kurzer Krankheitsdauer
II 70 - 90 % Vorwiegend IgG–Antikörper bei langer Krankheitsdauer
III 90 - 100 % In der Regel nur IgG–Antikörper

Interpretation:

Positive Befunde erlauben keine Aussage über die Aktivität der Infektion. Der positive Antikörpernachweis kann Ausdruck einer klinisch manifesten oder einer zurückliegenden oder ausreichend behandelten Infektion sein. Aufgrund der meist langjährigen Persistenz gebildeter Antikörper, kann der Erfolg einer Therapie nicht durch den Antikörpertiterverlauf überprüft werden.

Quelle: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, 6. Auflage Springer Verlag

 

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Leistungskatalog Leistungskatalog: Borrelien-Antikörper