Hintergrund

Bei einer positiven Familienanamnese für thromboembolische Ereignisse, Aborten ist die Analyse von 2 Genvarianten (Faktor V, Faktor II) indiziert. Genpolymorphismen im MTHFR-Gen (Hyperhomocysteinämie) bzw. im PAI1-Promoter spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle und sollten nur im Einzelfall (dauerhafte Erhöhung Homocystein bzw. Plasminogenaktivator-Inhibitor-Konzentrationen) untersucht werden.

Faktor V wird physiologisch durch aktiviertes Protein C (APC) inhibiert. Die Punktmutation an der Nukleinsäure-Position c.1691g>a („Leiden-Mutation“) führt zu einem Aminosäureaustausch (p.Arg506Gln) des Faktors V. Der veränderte Faktor V wird nur noch unzureichend von APC inaktiviert, wodurch das Gleichgewicht der Hämostase zugunsten gerinnungsfördernder Reaktionen verschoben wird (OMIM: 612309.0001, rs6025). Heterozygote Merkmalsträger haben ein 6-8fach, homozygote ein 50-100fach erhöhtes Thromboserisiko.

Die Genvariante g.20210g>a im 3‘- untranslatierten Bereich des Faktor 2 (Prothrombin)-Gens (OMIM 176930.0009, rs1799963) ist mit einem Anstieg der Prothrombinaktivität im Plasma verbunden, woraus eine erhöhte Gerinnungstendenz resultiert. Das Thromboserisiko heterozygoter Merkmalsträger ist 2-4fach erhöht, homozygote treten selten auf. 15-40% der Thrombosepatienten mit heterozygoter Faktor-V-Mutation sind zusätzlich heterozygot für die Faktor II –Mutation. Durch Kombination beider Merkmale steigt das Thromboserisiko (6fach) deutlich an.

Vorteile der PCR

Schnelle und sichere Methode zum Nachweis der wesentlichen hereditären Faktoren zur Abschätzung des Thromboserisikos unabhängig von einer bestehenden Medikation.

Indikation

arterielle und venöse Thrombosen

Bewertung

Der Nachweis der Genvarianten im Faktor 5 und 2-Gen erlaubt eine Abschätzung des individuellen Thromboserisikos, welches je nach Konstellation der Genotypen zwischen 4-100fach erhöht ist. 

Material

EDTA-Blut (2ml)

 

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