Allgemeines

Aldosteron und Renin werden routinemäßig zur Diagnose des primären und sekundären Hyperaldoseronismus (HA) eingesetzt. Das Leitsymptom des HA ist eine Hypertonie, die häufig mit Hypokaliämie und Hypernatriämie verbunden ist. Das Mineralkortikoid Aldosteron bewirkt nach der Freisetzung aus der Nebennierenrinde eine vermehrte renale Natriumretention und eine erhöhte Kaliumsekretion. Die Regelung der Aldosteronausschüttung unterliegt dem Renin-Angiotensin-Aldosteron-System. Dieses steuert die Nierendurchblutung und dient der Erhaltung des Blutdruckes.

Diagnostik

Hyperaldosteronismus Aldosteron Renin Kalium
Frühform (primär)  →↑  →↓  →↓
Manifeste Form (primär)  ↑  ↓  ↓
sekundär  ↑  ↑  ↓


Neben der getrennten Erfassung der Hormone wird der Aldosteron/Renin-Quotient (ARQ) zur Sicherung der Diagnose empfohlen. Ein pathologischer ARQ gibt einen Hinweis auf einen primären Hyperaldosteronismus, auch wenn Aldosteron noch im oberen Referenzbereich bzw. das Renin noch im unteren Normbereich liegen.

  ARQ
gesund < 30
Graubereich 30 - 50
primärer HA > 50
  Erkennung des pr. HA (Sensitivität): 84 %
  Erkennung Gesunder (Spezifität): 100 %

Untersuchungsmaterial und Präanalytik

Aldosteron: EDTA oder Vollblut (Serum)
 
Aktives Renin: nur EDTA-Blut, Lagerung und Transport bei Raumtemperatur!
(aufgrund der Umstellung der Methode kann für die Messung des Renins kein Serum mehr verwendet werden).
 

Bitte beachten:

  1. Die Normbereiche sind abhängig von der Körperhaltung des Patienten.
    (Bei aufrechter Körperhaltung kommt es in etwa zur Verdopplung der Reninkonzentration)
  2. Diuretika, ACE-Hemmer, ß-Blocker, Abführmittel (Laxanzien) und Lakritze können das Ergebnis verfälschen.
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