Leitlinienorientiertes Lipid-Management

Nach Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) sowie der neuen Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und Europäischen Atherosklerose Gesellschaft (EAS) 2011 wurden die Interventionsstrategien in 4 Kategorien  (< 1%, ≥1 bis <5%, ≥5 bis<10% und ≥10%) neu definiert. Als wesentliche Parameter werden routinemäßig Gesamt-, HDL-, LDL-Cholesterin sowie der Triglycerid-Konzentrationen bestimmt. Die Stratifizierung des kardiovaskulären Risikos sollte mit Hilfe von SCORE-Charts auf der Basis wissenschaftlicher Studien erfolgen. Einen empfohlenen Algorithmus können Sie unter www.heartscore.org finden.

Die LDL-Zielwerte für diese Kategorien werden auf jedem Befund ausgewiesen:

niedriges kardiovaskuläres Risiko (SCORE-Risiko < 1%):

< 4,0 mmol/l

moderates kardiovaskuläres Risiko (SCORE-Risiko ≥ 1% bis < 5%):

< 3,0 mmol/l

hohes kardiovaskuläres Risiko (SCORE-Risiko ≥ 5% bis < 10% oder 
stark erhöhte Risikofaktoren (fam. HLP*, art. Hypertonie)):

< 2,5 mmol/l

sehr hohes kardiovaskuläres Risiko (klin. manifeste CVD*, D.m. 
Typ 2, D.m. Typ 1 mit Organschäden, mäßige/schwere CKD* oder SCORE-Risiko ≥ 10%):

< 1,8 mmol/l

*CVD (kardiovaskuläre Erkrankung), CKD (chron. Nierenerkr.), HLP (Hyperlipoproteinämie)

Ein hoher HDL-Wert ist keine Entwarnung bei einem hohen LDL-Cholesterin:
Die Bestimmung des s.g. LDL/HDL-Quotienten ist nicht mehr relevant. Dessen Berechnung wird nicht empfohlen und aus diesem Grund nicht mehr auf den Befunden ausgewiesen.

Literatur:  ESC/EAS Guidelines for the management of dyslipidaemias“, European Heart Journal

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