Die Labordiagnostik hat bei der Abklärung der Ursache eines Hochdrucks einen festen Platz. Mit einem gezielten
Einsatz unterschiedlicher Methoden können die endokrinen, sekundären Formen erkannt oder ausgeschlossen werden.

Da gerade der Blutdruck starken psychomotorischen Einflüssen unterliegt, sollten die präanalytischen Bedingungen streng eingehalten werden.

Einige zu bestimmende Parameter weisen zusätzlich starke Circadianrhythmen auf. Deshalb ist sowohl der Tageszeit der Probenentnahme als auch der Bestätigungsuntersuchung eine große Aufmerksamkeit zu schenken.
In diesem Zusammenhang verdienen auch die aufgeführten Funktionsteste unser besonderes Interesse. Sie sind in der ambulanten Medizin gut anzuwenden und in ihrer Aussage sehr gewichtig.

Das Informationsblatt soll Ihnen bei der Auswahl von Laboruntersuchungen Hilfe und Sicherheit geben.

Es empfiehlt sich, der speziellen Hochdruckdiagnostik eine Basisdiagnostik vorzuschalten: Präanalytik, Hinweise, Alle Probenabnahmen möglichst stressfrei.


Blut Serum Urin
  • Blubild, kleines   
  • Hämoglobin
  • Hämatokrit






  • Kalium
  • Natrium
  • Harnsäure
  • Kreatinin+GFR Bestimmung
  • Gesamtcholesterin (HDL/LDL)
  • Nüchternglukose
  • Nüchterntriglyzeride
  • mikroskopische Untersuchung,
  • Urinproteinausscheidung mit Teststreifen,
  • Test aus Mikroalbuminurie





Sekundäre Hypertonie (20-25%)
Ursachen bekannt
Suchtest Bestätigung und Differenzierung
1. Katecholamine erhöht
- Phäochromozytom
- Neuroblastom / Ganglioneurom
- Dauermedikation mit Sympathomimetika
im 24-h-Urin
- Vanillinmandelsäure
- Noradrenalin
- Adrenalin
- Dopamin
- Homovanillinmandelsäure
im 24-h-Urin
Wiederholung des Suchtestes
und Erweiterung mit 
- Normetanephrin
- Metanephrin

Bei negativem Befund und
fortbestehendem Verdacht:

- NA, A  im EDTA-Plasma
bei/nach einer Hochdruckkrise

Clonidinsuppressionstest
Genetische Testung auf patholo. Mutation
2. Hyperaldosteronismus
- primär ( Conn-Syndrom )
- sekundär
   - renovaskulär
   - reninbildender Tumor
   - Langzeit-Diuretika
   - Langzeit-Laxantien
   - Ovulationshemmer
Aldosteron im Serum

K und Na im Serum und Urin
Renin im Serum
Reninaktivität im EDTA-Plasma

Captopriltest oder 
Fludrocortison-Suppressiontest

zu 1. Katecholaminbestimmungen


2 Tage vorher meiden:      Kaffee, schwarzen Tee, Bananen
1 Woche vorher meiden:  Phenothiazine, Theophyllin, Chininpröparate, Tetrazykline, Ampicillin, Erythromycin, Hypotonika

Sammelurin angesäuert, möglichst kühl halten. Plasma für den Versand einfrieren.
 

zu 2. Aldosteronbestimmung


Blutabnahmezeit:        morgens zwischen 8:00-9:00 Uhr, nach 1-2 Stunden Ruhe 
                                 bei prämenopausalen Frauen, Abnahme in der ersten Zyklushälfte

Wenn klinisch vertretbar ACE-Hemmer und Diuretika rechtzeitig (Aldosteronantagonisten wie z.B. Spironolacton mind. 2 Wochen vor Abnahme) absetzen.

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