Lymphozytendifferenzierung
Lymphozytentransformationstest (LTT)

Indikationen:

  1. Immundefektsyndrome, rezidivierende Infekte, allgemeine Schwäche - auch als Folge zytostatischer/immunsuppressiver Therapie oder toxischer Belastung (Schwermetalle, Aluminium)
  2. Virusinfektionen, HIV-Infektion: Monitoring
  3. Lymphozytose unklarer Genese (Ausschluß von Neoplasien des Immunsystems).
  4. Verlaufskontrolle sowie Ausschluß von Kontraindikationen bei immunmodulatorischer Therapie. (Immunstimulantien, Zytokine)

Diagnostik:

  1. Lymphozytendifferenzierung: (Indikation A-D).
    Bestimmung des relativen und absoluten Anteils der T-Lymphozyten (CD3),T-Helferzellen (CD4),B-Lymphozyten (CD19),aktivierten T-Zellen (CD3/HLA-DR),NK-Zellen (CD56),zytotoxischen T-Zellen (CD8) sowie des CD4/CD8-Quotienten
     
  2. Lymphozytentransformationstest (LTT): (Indikation A und D)
    Bestimmung des Stimulationsindex für T-Zellen nach Mitogenkontakt in vitro

Untersuchungsmaterial:

1x EDTA-Blut (Lymphozytendifferenzierung)
3x Heparin-Blut (Lymphozytendifferenzierung und Funktionsteste)

Transport und Lagerung der Probe maximal 8 Stunden bei Raumtemperatur.
Eine Kühlung ist zu vermeiden.

Die Lymphozytendifferenzierung ist integraler Bestandteil der Diagnostik, Verlaufs- und Therapiekontrolle bei primären und erworbenen Immundefekten, insbesondere der HIV-Infektion.

Eine besondere Wertigkeit erlangt dieser Untersuchungskomplex durch den schnellen, indirekten Nachweis einer Virusinfektion sowie deren differentialdiagnostischer Abgrenzung vom Immundefekt.

Mit einer Lymphozytose einhergehende Erstmanifestation neoplastischer Erkrankungen des Immunsystems (chronische bzw. lymphatische Leukämien) führen zu einem pathologisch veränderten Immunstatus und somit ersten, orientierenden Hinweisen auf die Art des malignen Geschehens.

Unter immunmodulatorischer Therapie mit pflanzlichen bzw. chemischen Immunstimulantien erfolgt eine Aktivierung des zellulären Immunsystems, besonders der CD8-Zellen zur Bestimmung der funktionellen Kapazität des zellulären Immunsystems (Lymphozytentransformationstest).

Charakteristische Befunde:

Immundefektsyndrome einschließlich AIDS
Relative und/oder absolute Verringerung des Anteils der T-Helferzellen sowie Verringerung des CD4/CD8-Quotienten bei gleichzeitiger Erhöhung des Anteils der
CD8-Zellen und aktivierten T-Zellen.
Relative und/oder absolute Verringerung des Anteils der B-Lymphozyten (B-Zelldefekt).
Pathologisch verminderter Stimulationsindex der T-Zellpopulation im Lymphozytentransformationstest.

Virusinfektionen
Erhöhung des Anteils der CD8-Zellen bei normaler T-Zell- und T-Helferzellverteilung. 
Verringerter CD4/8-Quotient. 
Vermehrtes Auftreten von aktivierten T-Zellen.

Lymphozytose unklarer Genese
Isolierte Erhöhung einer Zellpopulation (z.B. B-Zellen bei B-CLL, T-Zellen bei T-ALL) aufgrund klonaler Expansion. 
Der beschriebene Immunstatus stellt die Basisdiagnostik für die nachfolgende Leukämietypisierung dar.

Verlaufskontrolle bei immunmodulatorischer Therapie
Unter Therapie mit beispielsweise pflanzlichen Immunstimulantien Erhöhung des Anteils der NK-Zellen und zytotoxischen T-Zellen (CD8-Zellen)

 

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