Erreger

Das Cytomegalievirus (CMV, HHV-5) ist wie andere Viren aus der Familie der Herpesviren ein DNA-Virus. Nach Erstinfektion persistiert das Virus latent im Körper und kann unter bestimmten Umständen, wie z.B. Immunsuppression, reaktiviert werden. Im europäischen Raum sind ca. 50% der Bevölkerung mit CMV infiziert.

 

Klinische Bedeutung

  • Immunkompetente Patienten:
    Eine Erstinfektion verläuft in ca. 80-90% der Fälle unbemerkt. In wenigen Fällen werden unspezifische grippeähnliche Symptome bemerkt, wie z.B. Fieberschübe, Lymphknotenschwellungen und Kopf- und Gliederschmerzen.
  • Immunsupprimierte Patienten:
    Eine Primärinfektion verläuft gewöhnlich schwerer, zudem können Reaktivierungen zu schwer¬wiegenden Komplikationen führen, wie z.B. grippeähnliche Symptome, Fieber, Kopf- und Glieder¬schmerzen, Retinitis und interstitielle Pneumonie (häufige Manifestationen bei AIDS), Colitis, Gastritis, Hepatitis, Leukopenie, Thrombozytopenie oder Panzytopenie (verzögerte Restitution nach Knochenmarkstransplantation).
  • Gravidität:
    Die Cytomegalie-Infektion ist mit ca. 0,2-2% die häufigste konnatale Infektion. In Deutschland haben schätzungsweise ca. 40-50% der Frauen im gebärfähigen Alter keine schützenden Antikörper gegen CMV. Ungefähr 1-3% dieser seronegativen Frauen infizieren sich während der Schwangerschaft. Die Erstinfektion läuft ebenfalls in ca. 80-90% der Fälle unbemerkt ab. In wenigen Fällen werden die bereits oben erwähnten unspezifiischen grippeähnlichen Symptome bemerkt.

    In ca. 40% der Fälle wird das Virus auf das ungeborene Kind übertragen. Mögliche Folgen einer konnatalen Infektion sind Wachstumsverzögerungen, intrazerebrale Verkalkungen, Mikrozephalie, Chorioretinitis Hepatosplenomegalie, Anämie oder Thrombozytopenie und Früh-, Fehl- oder Todgeburten. Auch wenn die Kinder infizierter Frauen bei der Geburt gesund erscheinen, können Monate oder Jahre später Gehörlosigkeit, Entzündungen der Netzhaut des Auges oder geistige Entwicklungsstörungen auftreten.

 

Übertragung

Eine Übertragung erfolgt durch Körperflüssigkeiten z.B. Speichel, Urin, Tränen, Sperma, Vaginalsekret, Bluttransfusionen oder Muttermilch. CMV gelangt so über die Schleimhäute in den Körper.

 

Diagnostik

  • Basisdiagnostik zur Abklärung der Immunitätslage:
    IgM- und IgG-Antikörpernachweis im Serum
  • Reaktivierungen:
    Bei zuvor bekannter Immunitätslage grenzwertiger/positiver IgM-Nachweis oder Anstieg der IgG-Antikörper.
    Nachweis von pp65 Antigen im EDTA-Blut
    Nachweis viraler DNA im EDTA-Blut oder Urin
  • Gravidität (Abgrenzung einer Primärinfektion von einer Reaktivierung):
    IgG-Aviditäsbestimmung (Bindungsstärke der Antikörper)
    Hochavide IgG-Antikörper sprechen für eine in der Vergangenheit abgelaufenen Infektion (meist vor Monaten oder Jahren), wohingegen niedrigavide IgG-Antikörper für eine kürzlich stattgefundene Primärinfektion sprechen

 

Bei weiteren Fragen, wenden Sie sich bitte an uns.

 
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Leistungskatalog Leistungskatalog: CMV-Virus