Ziel/Indikation:

  •  Überprüfung der Ovulation bei Frauen mit vorangegangener Anovulation und positivem Gestagen-Test

Prinzip:

Durch die Gabe des antiöstrogen wirkenden Clomifens kommt es bei intaktem Hormonregelkreis zu einer negativen Rückkopplung an der Hypophyse mit kompensatorisch erhöhter LH- und FSH-Sekretion. Daraufhin kommt es bei bis zu 75% der Fälle zu einer Stimulation des Follikelwachstums und der ovariellen Östrogenproduktion.

Kontraindikationen:

  •  Cave: keine Durchführung bei Mädchen < 15 Jahre!
  • Schwangerschaft
  • schwere Lebererkrankungen
  • Thrombophilie
  • Hypophysentumor
  • Ovarialtumor

Vorbereitung:

  • Durchführung nach erfolgter Regelblutung („Grundzustand“)
  • bei Amenorrhoe: Blutungsinduktion durch Gestagengabe

Durchführung:

Tägliche Gabe von 50 - 100 mg Clomifencitrat vom 5. - 9. Zyklustag

Zur Beurteilung der Ovulation kann zusätzlich die sonografische Kontrolle der Follikelreifung sowie der Endometriumdicke erfolgen. Die Patientin kann täglich die Basaltemperatur messen und somit in die Diagnostik mit einbezogen werden.

Am 21. und 30. Tag Zyklustag (oder 1 Woche nach sonografisch nachgewiesener Ovulation oder nach Anstieg der Basaltemperatur um 0,5°C) sollte eine Progesteronbestimmung (1x Serum) zur Überprüfung der Ovulation erfolgen.

Ergebnisse und Interpretation:

Der Test gilt als positiv, wenn es zu einem ovulatorischen Zyklus mit anschließender Regelblutung oder einer Schwangerschaft kommt. Es ist zu beachten, dass es auch zu einer Menstruationsblutung ohne Ovulation kommen kann. Ein solcher anovulatorischer Zyklus kann durch die Progesteronbestimmung erkannt werden.

Kommt es zu keinem Progesteronanstieg, unabhängig davon ob eine Regelblutung folgt, so gilt der Test als negativ und kann auf einen Östrogenmangel hinweisen. Aufgrund des vorangegangenen positiven Gestagen-Tests (ausreichende basale Östrogenspiegel) liegt nach negativem Clomifen-Test die Ursache des Östrogenmangels auf der Ebene des Hypothalamus oder der Hypophyse.

Falsch negative Ergebnisse sind zu erwarten bei:

  • Schwangerschaft
  • sekundärer Ovarialinsuffizienz (Hypophysenchirurgie)
  • primäre Ovarialinsuffizienz (hier wäre mit einem negativen Gestagen-Test zu rechnen)

Literatur:

·         Lehnert, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokr., Diab. und Stoffw. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2015