Ziel/Indikation:

  • V.a. Androgenresistenz
  • Funktionsprüfung des Androgenrezeptors
  • Differenzierung zwischen partieller und kompletter Androgenresistenz
Kontraindikationen:
Nicht geeignet für Kinder jünger als 3 Monate

Prinzip:

Androgene haben eine supprimierende Wirkung auf die Produktion des sexualhormon-bindenden Globulins (SHBG) in der Leber. Erfolgt die Gabe von Androgene, so kann angenommen werden, dass es bei funktionierendem Androgenrezeptor zu einer Suppression der SHBG-Produktion kommt.

Durchführung:

  • 1. - 3. Tag Gabe von Stanozolol 0,2 mg/kg KG pro Tag als Einzeldosis ab Abend
1x Serum (SHBG)
  • 6. - 9. Tag tägliche Blutentnahme zwischen 14 und 18 Uhr

jeweils 1x Serum (SHBG)

Bitte die Durchführung des Tests rechtzeitig dem Labor mitteilen, da die Messungen in einem Lauf erfolgen sollten! SHBG ist ein relativ stabiler Parameter, sodass die Lagerung der Proben über mehrere Tage bis zur Durchführung der Messung präanalytisch kein Problem darstellt. Die Proben sollten währenddessen bei 2 - 8° C gelagert werden.

Ergebnisse und Interpretation:

Die größte diagnostische Aussage besitzt der am niedrigsten gemessene Wert des SHBG. Dieser Wert
wird mit dem Basalwert des 1. Tages ins Verhältnis gesetzt uns als Prozentsatz ausgedrückt.

Verhältnis SHBG / SHBG (basal) 51,6% ± 5,9% à   normales Absinken des SHBG

Verhältnis SHBG / SHBG (basal) 93 - 97%         à   komplette Androgenresistenz (kein Absinken)

Verhältnis SHBG / SHBG (basal) 48,6 - 89,1%   à partielle Androgenresistenz (ungenügendes Absinken)

 

Es kann zu Überlappungen der Prozentwerte zwischen kompletter und partieller Androgenresistenz kommen. Darüber hinaus wurden auch normwertige Ergebnisse bei Patienten mit molekularbiologisch bestätigter Androgenresistenz berichtet.

Literatur:

·     Lehnert, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokr., Diab. und Stoffw. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2015