Ziel/Indikation:

  • Differentialdiagnose von Anorchie und Kryptorchismus
  • Nachweis von funktionstüchtigem Hodengewebe (bei V.a. Intersexualität)
  • Überprüfung der Funktion der Leydig-Zellen
  • Differentialdiagnose zwischen primärem und sekundärem Hypogonadismus
  • Differentialdiagnostik der Intersexualität

Prinzip:

Aufgrund der Strukturanalogie des ß-hCG zum LH, stimuliert eine ß-hCG-Gabe über die Aktivierung des
LH-Rezeptors die Testosteronproduktion und -sekretion der Leydig-Zellen. Es können nachfolgend
erhöhte Testosteronspiegel gemessen werden.

Durchführung:

  • Abnahme der basalen Probe zwischen 8 und 10 Uhr
1x Serum (Testosteron, evtl. zusätzlich Androstendion, Dihydrotestosteron etc.)

  •  Gabe von 5000 IE hCG/m² KOF
Cave: streng i.m.
  •  weitere Blutentnahme 3 Tage nach ß-hCG-Gabe

1x Serum (Testosteron, evtl. zusätzlich Androstendion, Dihydrotestosteron etc.)

Ergebnisse und Interpretation:

 präpubertäre Jungen:
Anstieg des Testosterons auf > 100 ng/dl  à normale Leydigzell-Funktion, Hodengewebe vorhanden

erwachsene Männer:
Anstieg des Testosterons auf > 900 ng/dl à normale Funktion der Leydig-Zellen

Bezüglich der Diagnostik der Anorchie besitzt der ß-hCG-Kurztest einen negativ prädiktiven Wert von 100%!
Ein erhöhter Quotient aus Testosteron und Dihydrotestosteron kann auf einen 5α-Reduktasemangel hindeuten (nach Stimulation mit ß-hCG Quotient > 30)

Cave: Erfolgt die Injektion des ß-hCG ins Fettgewebe, so ist mit einer verminderten Stimulation zu rechnen (falsch negatives Ergebnis)!

Literatur:

Lehnert, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokr., Diab. und Stoffw. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2015