Ziel/Indikation:

V.a. STH (GH)-Mangel (Wachstumshormonmangel) bei Kindern

Prinzip:

Clonidin ist ein zentral wirksamer α-Rezeptor-Agonist, durch dessen Applikation es zu einer gesteigerten STH-Freisetzung kommt. Neben dem GHRH-Arginin-Test stellt der Clonidin-Test den wirksamsten STH-Stimulus dar. Zu beachten ist, dass Clonidin durch seine α-agonistische Wirkung zu Blutdruckabfällen führen kann (bei höheren Dosierungen). Darüber hinaus kann es bei 2-3% der Patienten zu Hypoglykämien kommen. Dem sollte durch Überwachung währen des gesamten Tests Rechnung getragen werden.

Vorbereitung:

  • Der Patient sollte ab dem Vorabend nüchtern bleiben.
  • Anlegen eines venösen Zugangs am Vorabend des Test.
  • Aufklärung des Patienten über Nebenwirkungen (Müdigkeit, Somnolenz, Hypoglykämie) 

Durchführung:

 Röhrchen gut beschriften, gekühlt lagern und gekühlt transportieren!

  • Abnahme der basalen Proben vor Beginn des Testes

                    o    1 x Serum (STH)

  • Gabe von Clonidin

                    o    0,075 mg/m² KOF p.o.

  • weitere Blutentnahmen nach 30, 60, 90 und 120 Min

o    4 x Serum (STH)

Ergebnisse und Interpretation:

 Bei einem STH-Anstieg auf ≥ 15 ng/ml kann ein klassischer Wachstumshormonmangel

ausgeschlossen werden.           

Die AWMF-Leitlinie von 2014 legt als Cut-Off Wert für den STH-Anstieg einen Messwert ≥ 8 ng/ml fest.

Besondere Hinweise:                          

  • Beachte: Ein funktioneller Wachstumshormonmangel lässt sich mit diesem Test nicht ausschließen!
  • Entlassung des Kindes erst nach einer angemessenen Mahlzeit und bei voller Wachheit/Aufmerksamkeit.

Literatur:

AWMF Leitlinie Diagnostik des Wachstumshormonmangels bei Kindern und Jugendlichen, Nr. 174/002, 2014
Partsch, Endokrinologische Funktionsdiagnostik, Schmidt & Klauning, 7. Auflage, 2011 

Lehnert, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokr., Diab. und Stoffw. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2015