Indikation:

V.a. Malabsoption, V.a. verminderte Kohlenhydratresorption, Differentialdiagnose enteral vs. pankreatogener Malassimilation (Maldigestion, Dünndarmüberbesiedlung

Prinzip:
Überprüfung der Resorptionsfähigkeit des proximalen Dünndarms

  • D-Xylose ist eine Pentose, die unverändert und inkomplett  (ca. 60 %) im proximalen Dünndarm aktiv resorbiert wird.  Etwa 30 % davon wird in der Leber metabolisiert, der größte Teil wird jedoch renal ausgeschieden. Die Urinmenge ist abhängig von der intestinalen Resorptionskapazität für Kohlenhydrate (Monosaccharide). Erkrankungen des Duodenums und Jejuniums mit einer Einschränkung dieser Kapazität führen zu einer verminderten Konzentration im Blut und zur verminderten Ausscheidung im Urin.

Vorbereitung des Patienten:

  • 8 Stunden vor dem Test Fasten

Durchführung bei Erwachsenen (bei Kindern s. Fachliteratur):

  • Durchführung am nüchternen, ruhenden Patienten
  • Unmittelbar vor dem Testbeginn: Entleerung der Blase und Verwerfen dieser Portion
  • Einnahme von 25 g D-Xylose aufgelöst in 300ml Wasser
  • weitere 300 ml Wasser / Tee  werden zur Sicherstellung einer ausreichenden Diurese nachgetrunken
  • Beginn der Sammelperiode unmittelbar nach der Einnahme der D-Xylose: 5 Stunden nach der Xylose-Gabe den Urin sammeln. Gesamtvolumen unbedingt angeben!
  • Blutentnahmen (jeweils 5 ml Vollblut ohne Zusatz): nüchtern, nach 15 min, 60 min und 120 min

Normwerte von D-Xylose im Serum:

nüchtern: < 5 mg/dl

nach 15 min: > 10 mg/dl

nach 60 min: > 20 mg/dl

nach 120 min: > 30 mg/dl


Normwerte von D-Xylose im Urin:

nach Belastung: > 16 % von der verabreichten Menge (=4 g D-Xylose)

Nebenwirkungen: Blähungen, Diarrhöe, Übelkeit


Bewertung:

Eine D-Xylose-Konzentration im Blut 1-2 Stunden nach Belastung < 30 mg/dl weist auf eine unzureichende intestinale Resorption der Xylose hin.
Eine Xyloseausscheidung im Urin unter 4 g/5 Stunden zeigt eine Resorptionsstörung an.
Die Serum-D-Xylose erlaubt eine Aussage, wenn das Sammeln von Urinsammlung unvollständig war, unter 200 ml oder Störfaktoren die Urin-Analyse einschränken.

Eine verminderte Ausscheidung im Urin bei normalen Blutwerten spricht für eingeschränkte Nierenfunktion.

Isolierte Verminderung einzelner Disaccharidasen, z.B. Lactase werden mit dem Test nicht erfasst!
Der Test ist auch als Verlaufskontrolle bei Zöliakie geeignet: nach einer glutenfreien-Diät nimmt die D-Xylose-Ausscheidung im Urin zu.


Literatur:

L. Thomas: Labor und Diagnose, 8 Auflage, 201,  ISBN: 978-3-9805215-8-1
Glasbrenner et al.: Gastroenterologische Funktionsuntersuchungen, 2000, Springer ISBN: 3-540-66920-5