Ziel/Indikation

  • Bestätigungstest zur Diagnosesicherung eines Phäochromozytoms/Paraganglioms nach positiver Metanephrindiagnostik
  • Differenzierung zwischen falsch positiven Ergebnissen und Vorliegen eines Phäochromozytoms

Prinzip

Clonidin ist ein α2-Rezeptoragonist. Durch Bindung an den präsynaptischen α2-Rezeptor
kommt es zur Hemmung der Noradrenalin- bzw. Adrenalinausschüttung (negativer Feedbackmechanismus).
Im Falle eines Phäochromozytoms/ Paraganglioms hat die Gabe von Clonidin keinen Einfluss auf den Plasma-Katecholaminspiegel. Die zu erwartende Suppression der Katecholaminspiegel im Blut bleibt aus.

Kontraindikationen

  • Hypotension, Hypovolämie
  • Bradykardie
  • aktuelle β-Rezeptorblocker-Therapie

Vorbereitung

  •  Untersuchung am liegenden Patienten.
  • Legen eines venösen Zugangs.
  • Aufklärung des Patienten über Nebenwirkungen (Hypotension, Sedation, Mundtrockenheit)

Beachte: direkt nach dem Test gilt der Patient aus fahruntüchtig!

Durchführung

Röhrchen gut beschriften, gekühlt lagern und gekühlt transportieren!

  • Abnahme der basalen Blutprobe

o    1 x EDTA (Plasma-Katecholamine und -Metanephrine)

  • Gabe von 300 μg Clonidin p.o.

o    Blutdruck- und Pulskontrolle alle 30 Minuten!

  • weitere Blutentnahme nach 3 Stunden

         o    1 x EDTA (Plasma-Katecholamine und- Metanephrine)

Ergebnisse und Interpretation

Abfall der Plasma-Katecholamine/-Metanephrine in den Normbereich oder > 40%

à    normalem Antwort

 

kein Abfall der Plasma-Katecholamine/-Metanephrine

à    Phäochromozytom

Die Sensitivität und Spezifität des Tests kann erhöht werden, wenn zur Diagnose die Plasma-Normetanephrinkonzentration herangezogen wird.

Literatur

Lehnert, Rationelle Diagnostik und Therapie in Endokr., Diab. und Stoffw. Thieme Verlag, 4. Auflage, 2015

Partsch et al, Endokrinologische Funktionsdiagnostik, Schmidt & Klauning, 7. Auflage, 2011