Indikation

  • Niedrigdosiert: Verdacht auf Hyperkortisolismus (Cushing-Syndrom)
  • Hochdosiert: Ausschließlich zur Differentialdiagnose zwischen ektopem und zentralen Cushing-Syndrom bei nachgewiesenem Hyperkortisolismus

Prinzip

Synthetische Glukokortikoide (z.B. Dexamethason) unterdrücken über die ACTH-Freisetzung (negative Rückkopplung) die körpereigene Cortisol-Ausschüttung 

Vorbereitung

  • bei den Blutentnahmen muss der Patient nüchtern sein
  • stressfreie Blutentnahme

Durchführung

  • Erster Tag:
    • Zwischen 8.00 und 9.00 Uhr: Blutentnahme basal (Cortisol im Serum, ggf. ACTH im EDTA-Plasma)
    • Zwischen 22.00 und 23.00 Uhr:
      • Niedrigdosiert: 1 mg Dexamethason-Einnahme (bei KG > 80 kg evtl. 1,5 mg Dexamethason)
      • Hochdosiert: 8 mg Dexamethason-Einnahme

Patient genau über den Zeitpunkt der Tabletteneinnahme
instruieren (sonst falsch positive Ergebnisse möglich).

  • Nächster Tag:
    • Um 8.00 Uhr (ca. 10 Stunden nach der Einnahme): Blutentnahme nach Suppression (Cortisol im Serum)

Auswertung

  • Niedrigdosierter Test:
    • regelrechte Suppression: Cortisol am 2. Tag :< 1,8 µg/dl (50 nmol/l), Ausschluss eines Cushing-Syndroms
    • Grenzwertige Suppression: Cortisol am 2. Tag: zwischen 1,8 µg/dl (50 nmol/l)  und 5 µg/dl
      (138 nmol/l) möglicher Hinweis auf ein subklinisches Cushing-Syndrom (→ weitere Abklärung nötig)
    • Keine Suppression: Cortisol am 2. Tag :> über 5 µg/dl (138 nmol/l) oder kein Abfall, V.a. manifesten Cushing-Syndrom (→ Ursachensuche)
  • Hochdosierter Test:

    • regelrechte Suppression: auf unter 50 % des Ausgangswertes

 Bewertung

  • Der Test besitzt eine hohe Sensitivität bei eingeschränkter Spezifität: bis zu 15 % falsch positive Testergebnisse möglich bei:
    • Adipositas, Depressionen, chron. Alkoholismus (als "s.g. Pseudo-Cushing-Syndrom")
    • Fieber, B-Symptomatik, Stress, oralen Kontrazeptiva
  • Der Kurztest ist nicht geeignet als Suppressionstest bei erhöhten Androgenwerten (s. Dexamethason-Langzeittest)
    • beim zentralen Cushing-Syndrom  kann mit dem hochdosierten Test ebenfalls eine Suppression erreicht werden, bei ektopem ACTH-Syndrom: meistens nicht
    • Bei zweifelhaftem Ergebnis wird ein Dexamethason-Langzeittest notwendig

 Besondere Hinweise

  • Bitte Besonderheiten bei der Dosierung bei Kindern beachten (Fachliteratur) 

 

Literatur:

Leidenberger et. Al., Klinische Endokrinologie für Frauenärzte, 4. Aufl., 2009, ISBN: 978-3-540-89759-0